Waldarten
Es gibt eine Reihe verschiedener Waldarten, die sich je nach Klimazone, in der sie wachsen,
und nach Baumarten voneinander unterscheiden. Eine einfache Unterteilung ist die in
tropische Regenwälder, regengrüne Laub- und Mensunwälder, immergrüne Wälder der gemässigten
Zone, sommergrüne Laubwälder und boreale Nadelwälder. Die Laubbäume sind blühende Pflanzen.
Einige immergrüne Bäume tragen ebenfalls Blüten und Früchte. Die Nadelbäume hingegen kleiden
ihre Samen in Zapfen und blühen nicht. Tropische Regenwälder findet man in oder nahe den
Tropen, wo es das ganze Jahr über zu heftigen Niederschlägen kommt. Das Klima in solchen
Wäldern ist immer heiss und feucht. In einem tropischen Regenwald wachsen zwanzigmal mehr
Baumarten als in einem Laubwald der gemässigten Zone, aber jede einzelne Art ist dafür mit
weniger Exemplaren vertreten. Die bekanntesten tropischen Regenwälder liegen in Südamerika
, in Zentralafrika (Zaire), Südostasien, Indonesien und auf den Philippinen. Regengrüne Laub-
und Monsunregenwälder findet man in Gebieten, in denen zwar viel Niderschlag fällt, die
aber auch eine ausgeprägte Trockenzeit aufweisen. Zu ihnen gehören die Monsunregenwälder
Indiens und Australiens, die subtropischen Regenwälder Südchinas, Südwest- und
Südostaustraliens und die Wälder auf der nördlichen Insel Neuseelands. Sommergrüne
Laubwälder wachsen in Westeuropa, Ostasien und im Osten Nordamerikas. Die Mehrzahl der
Bäume sind breitblättrige Laubbäume. Finden sich auch Nadelbäume darunter, so spricht man
von Mischwäldern. Immergrüne Wälder der gemässigten Zone bestehen vorwiegend aus
Nadelbäumen. Nördliche oder boreale Nadelwälder setzen sich fast ausschliesslich aus robusten
Nadelbäumen zusammen. Sie wachsen in Regionen mit kurzen Sommern und langen, kalten Wintern.
Diese borealen Nadelwälder bedecken riesige Flächen Nordeuropas, Asiens und Nordamerikas.
Man findet sie jedoch auch auf hohen Bergen in Äquatornähe, wo ein ähnliches Klima wie in
den nördlichen Regionen herrscht. Übergangswälder findet man in Gebieten mit
Mittelmeerklima. Sie liegen zwischen Wüsten und den Laubwaldregionen. Die Bäume der
Übergangswälder wachsen fast ausschliesslich an Flussläufen, wo sie genügend Wasser im
Boden finden. Zu diesen Baumarten zählen die Korkeichen und Olivenbäume Südeuropas und die
Eukalyptusbäume Australiens.
Nutzung der Wäder
Vor etwa 2000 Jahren war fast ganz Europa von Wäldern bedeckt. Einen Grossteil hat der Mensch zur Gewinnung von Bauholz und Ackerland gerodet. Aus dem gleichen Grund sind auch zahlreiche Wälder des amerikanischen Ostens verschwunden. In den letzten 50 Jahren wurde fast die Hälfte aller tropischen Regenwälder gerodet, und die Zerstörung geht mit beängstigender Geschwindigkeit weiter. Regenwälder gibt es vorwiegend in ärmeren Ländern, die auf den Verkauf der gefragten Tropenhölzer angewiesen sind, um ihre hohe Schuldenlast zu tilgen. In einigen Gebieten wird der Wald auch gerodet, um neues Siedlungsgebiet zu schaffen, wie zum Beispiel in Brasilien und in Irian Jaya, dem indonesischen Teil Neuguineas.
Die Wälder Nordeuropas und Nordamerikas entstanden erst vor 10.000 Jahren, als die letzte Eiszeit zu ende ging. Als sich das Klima erwärmt hatte, verbreiteten sich die Bäume auch in den nördlichsten Gebieten, die bis dahin unter einer mächtigen Eisdecke begraben waren. Zuerst wuchsen der Haselnussstrauch und die Birke, dann folgten Kiefer, Ulme und Esche und später erst die Eiche. Wenn ein Wald zerstört wird, sei es durch einen Brand oder durch Eingriffe des Menschen, und sich dann selbst überlassen wird, kann man beobachten, dass schon bald wieder junge Bäume aus dem Boden spriessen. Zuerst sind es die Birken, die den langsamspriessenden Bäumen Schutz bieten. Die zahlreichen Planzen- und Tierarten, die einen Wald bevölkern halten einander stets im Gleichgewicht. Wenn eine Art Überhand nimmt, vermehrt sich auch eine andere, die sie zu ihrer Beute macht. Müssen sich zu viele die Beute teilen, finden sie nicht genügend Nahrung und ihre Zahl geht zurück. Die richtige Bewirtschaftung eines Waldes besteht darin, das natürliche Gleichgewicht walten zu lassen und dafür zu sorgen, dass die menschlichen Eingriffe es nicht durcheinander bringt.
Die Zukunft
in den meisten Industrieländern werden die Wälder inzwischen sorgsam bewirtschaftet. Das eigentliche Problem stellen die tropischen Regenwälder in den Entwicklungsländern dar.
Mancherorts ist es für Schutzmassnahmen bereits zu spät. Jährlich vernichtet man dort 142.00 km2 Regenwald. Einige Länder haben auf diese Weise ihre Länder unwiderbringlich verloren. über eine Million Insekten und andere Tierarten sind bedroht. Einige Länder haben mittlerweile Massnahmen zum Schutz ihrer Wälder ergriffen, darunter Brasilien und Bolivien. 1986 wurde von den Vereinten Nationen eine internationale Organisation zum Schutz der Tropenwälder gegründet, der 40 Länder beitraten. Ihr gehören sowohl die Käufer als auch die Lieferanten tropischer Hölzer an. Diese Organisation untersucht derzeit, ob eine Aufforstung der Gerodeten die tropische Regenwälder vor dem
sterben bewahren kann.
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