| 29/07/2001 Grafenort | Bergwaldarena: Funktionen und Ansprüche |
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Als Einstimmung auf das UNO-Jahr der Berg (2002) stellte die diesjährige Veranstaltung der
Reihe "Wald und Gesellschaft" den Bergwald ins Zentrum des Interesses. Früher gemieden
und gefürchtet, werden heute an den Bergwald von allen Seiten grosse Ansprüche gestellt.
An der Tagung im altehrwürdigen Herrenhaus des Klosters Engelberg in Grafenort diskutierten
Fachleute aus Forschung, Wirtschaft, Tourismus und Naturschutz mögliche Lösungen dieses
Problems. Der Bergwald soll heute nicht nur Siedlungen und Verkehrswege vor Naturgefahren schützen sondern muss auch als Arena für die vielfältigen Bedürfnisse unserer Freizeitgesellschaft dienen und wird immer mehr zum Rückzugsraum für Flora und Fauna. Aus diesem Grund haben die Organisatoren der Veranstaltung "Wald und Gesellschaft" an ihrer alljährlichen Fachtagung das Thema der UNO für 2002 "Jahr der Berge" vorbereitend diskutiert. Die beiden Referentinnen der WSL und der ETH zeigten, dass neben der ursprünglichen Funktion des Bergwaldes - dem lebenswichtigen Schutz - zunehmend andere Funktionen wichtig werden. Seit der Besiedlung des Bergraumes stellt der Wald einen Grundpfeiler für die Bewirtschaftung des Alpenraumes dar. Neuerdings hilft er aber auch die Artenvielfalt zu erhalten und bindet CO2-Gas aus der Luft. Die beiden letzteren Funktionen werden durch die Einflussnahme von uns Menschen auf Landschaft und Klima immer wichtiger. Nun wird aber der Gebirgswald immer mehr zur touristischen Attraktion, wie die Wirtschafts- und Tourismusvertreter der Region Engelberg in ihren Referaten betonten. Der Bergwald soll mithelfen, den Traum von der bedingungslosen Erfüllbarkeit aller persönlichen Wünsche des Einzelnen zu schüren. Die Touristiker sind auch bereit, alles daran zu setzen, damit sie die kurzfristigen Bedürfnisse ihrer Gäste zu 100% erfüllen können. Dabei gewinnt die Erkenntnis erst langsam an Boden, dass dieses kurzfristige Denken sehr schnell die Lebensqualität des eigenen Tourismusgebietes massiv schmälern könnte. Dies obwohl die Touristiker den Wald nach wie vor als attraktives Sujet für Ihre Werbung und ihr Marketing brauchen. Leider ist offenbar auch bei den konsumierenden Städtern die Sensibilisierung für dieses Thema noch nicht vorhanden; denn von den Übernachtungsgästen reisen heute nur ca. 1% mit der Bahn ins Engelbergertal! Der Naturschutz-Vertreter des WWF plädierte für die Schaffung von Waldreservaten und die Förderung einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung. Vielfältige, dynamische Waldgesellschaften sind wichtige Habitate für Tier- und Pflanzenarten und sollten möglichst auch als zusammenhängende Wanderkorridore für das Grosswild erhalten oder - wo nötig - neu geschaffen werden. Andererseits soll aber auch die Ressource Holz, die als Bau- und Brennstoff über herausragende ökologische Qualitäten verfügt, vermehrt nachhaltig genutzt werden. Von: http://www.buwal.ch |
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