22/01/2001 Gland/Zürich Wälder bleiben weltweit in Gefahr
Obwohl ihr Ziel, bis ins Jahr 2001 zehn Prozent der weltweiten Waldflächen unter Schutz zu stellen, erreicht werden konnte, gab die Umweltschutzorganisation WWF (World Wide Fund for Nature) heute bekannt, dass die zehn weltweit am stärksten bedrohten Waldgebiete aufgrund einer neuen Studie weiterhin nur ungenügend geschützt werden.
Aus der Studie geht hervor, dass trotz Fortschritten beim Schutz bedeutender Gebiete wie dem Amazonas-Regenwald oder den Wäldern in der sibirischen Taiga, ausgedehnte Waldflächen immer noch ungenügend geschützt und gepflegt werden. Sie bleiben damit auch in Zukunft bedroht. Aufgrund der neuesten WWF-Daten sind die Wälder der folgenden Regionen am stärksten bedroht: Südpazifische Inseln (gegenwärtig nur 0,2 Prozent geschützt), Naga-Manapuri-Chin-Gebirge, Türkei (0,8 Prozent), Feuchtwald der Solomon-Vanuatu-Bismarck-Inseln (1 Prozent), Hochland von Kamerun (1 Prozent), Mangrovenwald im Golf von Guinea (1,1 Prozent), Mangrovenwald auf Madagaskar (1,3 Prozent), Feuchtwald in Palawan (1,4 Prozent), Feuchtwald auf den Philippinen (1,8 Prozent), Trockenwald in Südmexiko (2,1 Prozent), Mangrovenwald in Ostafrika (2,2 Prozent).
Karte: http://www.panda.org/forests4life/vulnerable_forests/map.cfm. "Insgesamt können wir feststellen, dass sich der weltweite Schutz der Wälder langsam verbessert, insbesondere in Schlüsselländern wie Brasilien, Kamerun und der Russischen Föderation," meinte WWF-Generaldirektor Claude Martin an der Medienkonferenz in London. "Dennoch unterstreichen die neuesten Forschungsergebnisse, dass zahlreiche Wälder weiterhin bedroht sind. Der WWF appelliert daher an die Regierungen, wenigstens zehn Prozent der weltweit am stärksten bedrohten Waldökosysteme unter Schutz zu stellen."
Wie weiter aus der Studie hervorgeht, befinden sich viele der datenmässig erfassten Waldgebiete in den ärmsten Teilen der Welt. Diese Länder sind wirtschaftlich am wenigsten in der Lage, die eigenen natürlichen Lebensgrundlagen zu schützen. Sie sind daher ganz besonders auf den Erhalt ihrer Wälder als Nahrungs- und Einkommensgrundlage angewiesen. Der Wald sorgt für eine gesunde Wasserversorgung und liefert Nahrungsmittel, Nutzholz und zahlreiche weitere Erzeugnisse, die sich nachhaltig nutzen lassen, sofern die Flächen entsprechend gepflegt und geschützt werden.
"Ohne eine angemessene Planung, Pflege und Finanzierung der geschützten Flächen in den nächsten Jahren wird die Ausbeutung und Zerstörung dieser Wälder weitergehen, was nicht nur auf Kosten der Natur, sondern auch der davon betroffenen Menschen gehen wird," meinte Chris Elliott, Direktor der WWF-Forests for Life Campaign. "Wer sich ernsthaft mit der Armutsbekämpfung befasst, sollte erkennen, dass das langfristige Wohlergehen in den Entwicklungsländern eng mit dem Schutz ihrer natürlichen Ökosysteme zusammenhängt."

Von: http://www.wwf.ch